Jimi Hendrix

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Am Anfang war es nur eine wahre Begebenheit – das mit dem Aufenthalt des Rock-Musikers Jimi Hendrix in Essaouira. Mittlerweile ist daraus eines der schönsten Märchen geworden, die man sich dort an der Atlantikküste erzählt. Immer noch treibt der Mythos Blüten. Die Tourismus-Verantwortlichen werden nicht müde, dies zu verstärken, davon zu zehren. Und das Internet wirkt als Treiber – und als Aufklärer.Wer runter geht nach Diabat, ins kleine Nachbardorf, erlebt Jimi-Kult in voller Breitseite: Dort gibt es unter anderem ein Hotel Hendrix und eine mit Abbildungen von ihm vollhängende Bar. Ganz neben der Zeit ist ein „Chez Sam“ am Hafen hängendes Foto, eine Quasi-Autogrammkarte: 1963 sei es gewesen … – da gab’s noch nicht das charmante Fischrestaurant, und es wäre dem tatsächlichen Aufenthalt Hendrix‘ in Essaouira sechs Jahr zuvor gewesen.

Wen stört’s? Niemanden. Im Gegenteil: Das gehört dazu, ist Teil des Zaubers.

Auch Riad Al Madina pflegen sie den Hendrix-Kult. Die Senioren von heute werden sich erinnern: Als sie ausgangs ihrer Adoleszenz in essaouira weilten, war dort das „Café Hippie“ im “Hotel du Pacha” (Foto bei Mogador-Apropos). Da trank man einen Tee, hörte Graham Nashs „Marrakesh-Express“ von1969 und rauchte in trauter Runde ein Pfeifchen …

(“Take the train from Casablanca going south / Blowing smoke rings from the corners of my mouth / Colored cottons hang in the air / Charming cobras in the square / Striped djellebas we can wear at home Well, let me hear you now”)

Apropos 1969. Verbindlich ist überliefert, dass Hendrix im Juli dieses Jahres elf Tage lang in Essaouira war. Mit zwei Freunden sei er von Paris nach „Casa“ geflogen und dann mit einem Mietwagen die Küste entlang gefahren. Gewohnt habe er in drei Hotels, darunter im „Hotel des Îles“, einer frühen Bungalowanlage an der Stadtmauer, errichtet an der Stelle einer französischen Kaserne.

Die Geschichtsschreiber im Netz sagen zudem, er sei nicht in Diabat gewesen – und zum Lied „Castles Made Of Sand“ habe ihn keineswegs das alte, unter Diabat auf dem Sand liegende Fort Bordj El Berod inspiriert: Dieses Lied sei nämlich schon 1967 veröffentlicht worden.

Was passt hier noch? Bob Marley wird zwar auch hochverehrt in der “Windstadt” – siehe “Bob music” -, aber auch von ihm ist ein Aufenthalt nicht belegt. Anders seine Band The Wailers; die spielte 2004 beim Gnawa-Festival. Paul Simon sei dort gewesen, und die Rolling Stones, Frank Zappa, Jefferson Airplane und Cat Stevens haben dem Vernehmen nach von Aufenthalten dort erzählt.

Wer vertiefend einsteigen will: http://www.univibes.com/Moroccofake.html

Für „Marokko Momente“ beschäftigt sich Bodo W. Klös aus Lich mit dem Thema. Wie das aussehen könnte … ? Wir lassen uns überraschen. Hier gibt’s mehr: http://www.edition-noir.de/kloes-musiker.html

10./11. September 2016 / no.

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