Boucherouite

Seit etlichen Jahren schon faszinieren uns die einfachen und farbenfrohen Teppiche aus Stofffetzen, die es in bald jedem marokkanischen Berberhaushalt gibt. Längst haben die angesagten Raumausstatter diese Teile für die Boutiquen entdeckt und für die Vintage-Beispielseiten in den Hochglanzmagazinen à la „Côté Sud. Savoir vivre“.Dieser Tage gelesen, Fetzen von alten Kleidern erhielten durch diese Verwendung ein neues Leben, eine andere Bestimmung. Lumpen verschmelzen zu einem ganz individuellen, immer nur einmal so gegebenen Bild. Eine angesagte Recycling-Designerin namens Lula Mun lobt die Farbenpracht der Boucherouites: „Sie wirken, als leuchteten sie im Dunkeln. Bunt, chaotisch, schillernd – und stets ein Unikat. „Eine gute Weberin behandelt den Teppich stets respektvoll, sonst, so die Überzeugung, würde er hässlich werden; ganz unabhängig davon, wie kunstfertig die Weberin auch sein mag.“

Unser Boucherouite hat seine eigene, eine kostbare Geschichte, die allerdings hier im Internet nicht ausgebreitet werden muss. Sie spielt in Essaouira und in Had Draa, auf der Skala der Hafenstadt und in der Medina, bei ganz vertrauten Menschen.

Jetzt darf er für drei Wochen nach Wißmar in die KuKuK-Ausstellungshalle, darf mithelfen, für seine Heimat Sympatiepunkte zu gewinnen. Ganz im Sinne der Afrika-Kennerin und Reisebuchautorin Astrid Därr, die in einem Ermutigungswort zum Ausstellungsprojekt „Marokko Momente“ schrieb: „Momentan ist positive PR für das Land ziemlich wichtig.“

18. September 2016 / no.

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